Was ist Psilocybin?
Psilocybin ist ein zunehmend bekanntes Psychedelikum. Sein Name leitet sich von den Pilzen der Gattung Psilocybe ab, in denen es vorkommt. Die Summenformel lautet C<sub>16</sub>.12H17N2O4P und diese Substanz ist auch bekannt als O-Phosphoryl-4-hydroxy-N,NDimethyltryptamin oder Indocybin. Psilocybin kommt in unterschiedlichen Mengen in Pilzen (Zauberpilzen) vor, die auf allen Kontinenten außer der Antarktis wachsen. Viele kennen Psilocybin für seine psychedelischen und halluzinogenen Wirkungen.
Der Stoffwechsel von Psilocybin
Gelangt Psilocybin in den Körper, wird es zunächst durch Dephosphorylierung der vorhandenen Phosphatgruppe in Psilocin umgewandelt. Die Dephosphorylierung von Psilocybin ist ein chemischer Prozess, bei dem die Phosphatgruppe vom Psilocybinmolekül abgespalten wird. Psilocybin selbst ist das bekannteste Alkaloid, das in halluzinogenen Pilzen und Trüffeln vorkommt. Die Dephosphorylierung kann unter bestimmten Bedingungen erfolgen.
Der primäre Weg der Dephosphorylierung verläuft über das Enzym Phosphatase. Phosphatase ist ein natürlich im menschlichen Körper vorkommendes Enzym, das in der Leber produziert wird. Dieses Enzym kann die Phosphatgruppe hydrolysieren und Psilocybin so in Psilocin, den psychoaktiven Wirkstoff, umwandeln. Nach der Aufnahme von Psilocybin über den Darm wird es zunächst in der Leber über die Pfortader verstoffwechselt.
Saure Umgebungen wie der menschliche Körper und insbesondere der Magen können auch dazu führen, dass Psilocybin in Psilocin umgewandelt wird.
Die Aktivität von Psilocybin und Psilocin
Würde Psilocybin nicht in Psilocin umgewandelt, wäre es kaum psychoaktiv. Beispielsweise ist Psilocin am 5-HT2B-Rezeptor mit einer Hemmkonstante von 4,6 Ki sehr aktiv (je niedriger die Konstante, desto höher die Bindung/Aktivität), während Psilocybin einen Wert von 98,7 Ki aufweist. Darüber hinaus ist Psilocybin am wichtigen 5-HT2A-Rezeptor praktisch inaktiv und auch nicht an den 5-HT1A-Rezeptoren. Psilocin hingegen wirkt auf die 2A- und 1A-Rezeptoren. Die Affinität und Bindungsfähigkeit an diese Rezeptoren ist für die psychoaktiven Effekte dieser Substanzen von Bedeutung. Betrachtet man die Wirkstärke von Psilocin an den Serotoninrezeptoren, so ist 5-HT2A am stärksten, gefolgt von 5-HT2B und schließlich 5-HT1A.
Was bewirkt Psilocin an diesen 5-HT-Rezeptoren?
5-HT1A
Psilocin ist ein partieller Agonist des 5-HT1A-Rezeptors, d. h., es kann an diesen Rezeptor binden und ihn teilweise aktivieren. Die Aktivierung dieses Rezeptors kann angstlösende und antidepressive Wirkungen hervorrufen. Der 5-HT1A-Rezeptor ist außerdem an der Regulation autonomer Funktionen wie Herzfrequenz, Körpertemperatur und endokriner Funktionen beteiligt.
Eine starke Stimulation kann jedoch auch Nebenwirkungen wie Übelkeit und Schwindel hervorrufen, die häufig während der Anwendung auftreten.
5-HT2A
Eine starke Stimulation des 5-HT2A-Rezeptors wird mit psychedelischen Erfahrungen in Verbindung gebracht, darunter visuelle oder auditive Halluzinationen, ein gesteigertes Bewusstsein und ein verändertes Zeitempfinden.
Derzeit gilt der 5-HT2A-Rezeptor als der wichtigste Rezeptor im Zusammenhang mit psychedelischen Wirkungen. Die Stimulation dieses Rezeptors ist zudem mit erhöhten BDNF-Konzentrationen und somit mit einer gesteigerten Neuroplastizität verbunden.
5-HT2B
Der 5-HT2B-Rezeptor spielt eine Rolle bei der Regulierung von Blutdruck und Herzfrequenz. Eine seiner bekanntesten Funktionen ist seine Beteiligung am Wachstum und der Entwicklung der Herzklappen während der Embryonalentwicklung.
Die Affinität von Psilocin zum 5-HT2B-Rezeptor ist wahrscheinlich geringer als zum 5-HT2A-Rezeptor, was bedeutet, dass seine psychedelischen Wirkungen primär über den 5-HT2A-Rezeptor vermittelt werden.
Das subjektive Erlebnis
Die Erfahrungen mit Psilocybin können von Person zu Person sehr unterschiedlich sein. Die Wirkung hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem von der Dosis, der Umgebung, dem mentalen Zustand der Person und ihrer individuellen Empfindlichkeit gegenüber Psychedelika. Die häufigsten Wirkungen und Erfahrungen, die Menschen nach einem Psilocybin-Trip berichten, sind folgende:
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Veränderte Wahrnehmung: Psilocybin ist dafür bekannt, die Wahrnehmung der Umwelt zu verändern. Farben können intensiver erscheinen, und Objekte können verzerrt oder in Bewegung wahrgenommen werden.
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Visuelle Halluzinationen: Bei den Nutzern können visuelle Halluzinationen auftreten, wie zum Beispiel sich bewegende Muster auf Oberflächen, geometrische Formen und verzerrte Bilder.
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Veränderte Zeitwahrnehmung: Die Zeit kann sich anders anfühlen als gewöhnlich, mit dem Gefühl, dass sie langsamer vergeht oder stillsteht.
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Gesteigerte Aufmerksamkeit und Selbstreflexion: Viele Menschen berichten von einem gesteigerten Bewusstsein für ihre eigenen Gedanken und Gefühle. Dies kann zu tiefer Selbstreflexion und innerer Einkehr führen.
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Emotionale Erfahrungen: Psilocybin kann intensive emotionale Erlebnisse hervorrufen, die von ekstatischer Freude bis hin zu tiefer Selbstreflexion und manchmal auch Angst reichen.
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Spirituelle oder mystische Erfahrungen: Manche Menschen berichten von spirituellen oder mystischen Erlebnissen während einer Reise, von Gefühlen der Einheit mit dem Universum oder der Transzendenz.
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Euphorie oder Angst: Die Erfahrung kann je nach Umständen und dem mentalen Zustand des Nutzers zwischen Euphorie und Angstzuständen variieren.
Tod des Egos
Konsumenten, die hohe Dosen Psilocybin einnehmen, sprechen mitunter von Ich-Tod. Dieser äußert sich vor allem in einem verminderten Selbstgefühl. Die im Video beschriebenen Effekte entsprechen denen, die bei der Einnahme hoher Psilocybin-Dosen auftreten.
Es ist auch möglich, den Ego-Tod ohne den Konsum von Psychedelika zu erleben, beispielsweise durch tiefe Meditation, Atemübungen oder andere Methoden, die helfen, in den Flow-Zustand zu gelangen. Es gibt zudem viele Ähnlichkeiten mit einer Nahtoderfahrung.
Psilocybin und die Wissenschaft
In den letzten zwei Jahrzehnten hat Psilocybin als potenzielles Therapeutikum zur Behandlung verschiedener psychischer Erkrankungen wie Depressionen, Angstzuständen und Suchterkrankungen Interesse geweckt.
Studien haben gezeigt, dass Psilocybin anhaltende positive Veränderungen der Stimmung und des Verhaltens bewirken kann. Forscher führen derzeit zahlreiche klinische Studien durch, um zu untersuchen, wie Psilocybin in immer mehr Bereichen eingesetzt werden kann. Psilocybin scheint besonders wirksam bei Depressionen zu sein.
Derzeit laufen mehrere Studien, um das Potenzial von Psilocybin zur Linderung verschiedener Symptome zu untersuchen. Hier ist ein Überblick über die Themen.
- Alkoholismus (AUD, Alkoholabhängigkeit)
- Rauchesucht
- Opioidabhängigkeit
- Schwere Depression (schwere depressive Störung)
- Therapieresistente Depression
- Angstbeschwerden
- Zwangsstörung (OCD)
- Körperdysmorphe Störungen (BDD)
- Anorexie
- Alzheimer
- Parkinson
- Migräne
- Clusterkopfschmerzen
Psilocybin-Therapie in den Niederlanden
Die Psilocybin-Therapie ist eine experimentelle psychedelische Behandlungsmethode, die derzeit nicht als offizielle medizinische Therapie anerkannt ist. Das bedeutet, dass Patienten, die an dieser Behandlung interessiert sind, die Kosten selbst tragen müssen, da die Krankenkassen sie aktuell nicht übernehmen. Obwohl sich diese Behandlung bei einigen psychischen Erkrankungen als wirksam erwiesen hat, ist weitere Forschung notwendig, bevor sie allgemein als legitime Therapie anerkannt wird.
Das niederländische Recht erlaubt Psilocybin-Sitzungen mit legalen Zaubertrüffeln, die Psilocybin enthalten. Daher handelt es sich bei den von uns angebotenen Psilocybin-Sitzungen im Wesentlichen um Trüffelsitzungen. Klicken Sie auf den Button, um mehr über unsere Psilocybin-Therapie zu erfahren.
Häufig gestellte Fragen zu Psilocybin
Hier beantworten wir die häufigsten Fragen zu Psilocybin, unter anderem zur Legalität des Kaufs und zur Wirkungsweise einer Psilocybin-Therapie. Ist Ihre Frage nicht dabei? Dann stellen Sie sie gerne über das Kontaktformular oder im Forum (siehe Schaltflächen unten).
Was bewirkt Psilocybin in dir?
Psilocybin ist ein in halluzinogenen Pilzen vorkommender Stoff, der selbst kaum psychoaktiv wirkt. Erst die Umwandlung in Psilocin entfaltet seine psychoaktive Wirkung.
Nach der Umwandlung in Psilocin hat Psilocybin vielfältige Wirkungen auf den Konsumenten, darunter Halluzinationen, veränderte Wahrnehmung, erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sinnesreizen und Veränderungen des Zeit- und Raumgefühls. Es kann außerdem zu veränderten Emotionen und Stimmungen, Introspektion und spirituellen Erfahrungen führen.
Die Wirkung von Psilocybin variiert je nach Dosis, individueller Empfindlichkeit und Umgebungsfaktoren. Der Konsum von Psilocybin kann auch Risiken wie Verwirrung, Angstzustände oder Panikattacken bergen. Daher ist es unerlässlich, Vorsicht walten zu lassen und sich der möglichen Folgen bewusst zu sein.
Wie komme ich an Psilocybin?
In den Niederlanden ist Psilocybin ausschließlich in Form von Zaubertrüffeln erhältlich. Zaubertrüffel enthalten Psilocybin und Psilocin, sind in dieser Form aber nicht illegal. Der Verzehr der Trüffel führt zur Aufnahme von Psilocybin.
Was sind Psilocybin-Tropfen?
Psilocybin-Tropfen sind flüssige Extrakte, die Psilocybin enthalten. Ihre Herkunft ist unbekannt. Sie werden häufig als alternative Einnahmemethode für Psilocybin verwendet, da sie einfach zu dosieren und einzunehmen sind. Die Wirkung von Psilocybin-Tropfen ähnelt der des Verzehrs von Psilocybin-haltigen Pilzen. Sie kann zu veränderter Wahrnehmung, Halluzinationen und einem veränderten Bewusstseinszustand führen. Der Konsum von Psilocybin-Tropfen ist in den Niederlanden jedoch illegal.
Ist Psilocybin verboten?
Ja, Psilocybin ist in den Niederlanden verboten. Es ist im Opiumgesetz als verbotene Substanz aufgeführt. Besitz, Verkauf, Anbau und Handel mit psilocybinhaltigen Pilzen sind Straftaten.
Kann ich Psilocybin in Mikrodosen einnehmen?
Ja, man kann Psilocybin einnehmen. Mikrodosierung. Mikrodosierung bezeichnet die Einnahme sehr geringer Mengen einer Substanz, wie beispielsweise Psilocybin, um subtile Effekte ohne einen umfassenden psychedelischen Rausch zu erleben. Sie wird häufig angewendet, um die Stimmung zu heben, die Kreativität zu steigern und die Konzentration zu verbessern.
Ist eine Psilocybin-Therapie bereits möglich?
Ja, die Psilocybintherapie ist in Australien bereits als medizinische Behandlungsmethode anerkannt. In den Niederlanden gilt sie noch nicht als solche, wird aber in bestimmten klinischen Studien zur Behandlung bestimmter psychischer Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) eingesetzt. Die Psilocybintherapie mit psilocybinhaltigen Trüffeln ist legal, gilt aber nicht als medizinische Behandlungsmethode.
Erstatten Krankenversicherungen die Kosten für eine Psilocybin-Behandlung?
Nein, in den Niederlanden übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Psilocybin-Behandlung nicht, da diese noch nicht als medizinische Therapie anerkannt ist. Derzeit gelten Psilocybin-Sitzungen als Coaching unter dem Einfluss eines Stimulans.
Wie funktioniert ein geführter Psilocybin-Trip?
Der genaue Ablauf einer geführten Psilocybin-Sitzung kann je nach Therapeut/in und den individuellen Bedürfnissen variieren. In der Regel findet die Sitzung in einer ruhigen und angenehmen Umgebung statt, beispielsweise in unseren Räumlichkeiten oder bei Ihnen zu Hause. Der/Die Therapeut/in wird Sie im Vorfeld über den Ablauf informieren und Ihre Fragen beantworten.
Während der Sitzung nehmen Sie eine Dosis Psilocybin (in Form von Zaubertrüffeln) ein. Der Therapeut begleitet Sie durch die Wirkung des Psilocybins und unterstützt Sie dabei, Ihre Gedanken, Gefühle und Erfahrungen zu erforschen. Er kann Gespräche führen, geführte Meditationen anbieten oder andere Techniken anwenden, um Ihnen zu helfen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und etwaige Probleme zu verarbeiten.
Ziel einer geführten Exkursion ist es, therapeutische Effekte zu verstärken, wie beispielsweise die Steigerung des Selbstbewusstseins, die Auseinandersetzung mit verdrängten Gefühlen, die Linderung von Angstzuständen oder Depressionen sowie die Förderung von persönlichem Wachstum und Wohlbefinden. Ein Therapeut oder Reiseleiter gewährleistet zudem die körperliche Sicherheit und unterstützt bei der Vorbereitung und Integration der Erfahrungen.





