Psilocybin gegen Multiple Sklerose (MS)
Psilocybin wird als mögliche Unterstützung bei Multiple Sklerose untersucht. Die Beweise dafür sind derzeit hauptsächlich theoretisch und basieren auf kleineren Studien und Erfahrungen, nicht auf groß angelegten klinischen Studien.
Was ist MS?
MS ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Nervenzellen im Gehirn und im Rückenmark angreift. Dadurch verläuft die Kommunikation zwischen dem Gehirn und dem restlichen Körper schwieriger, was unter anderem das Ansteuern von Muskeln erschwert. Die genaue Ursache von MS ist noch nicht bekannt, und es herrscht noch viel Unklarheit über die Krankheit.

Die Geschichte dieses Themas bei Triptherapie
Im Jahr 2019 schrieben wir zum ersten Mal über die mögliche Rolle von Zauberpilzen bei der Verringerung von MS-Symptomen. Dieser Artikel entstand unter anderem als Reaktion auf eine begeleitete Sitzung mit einem Kunden mit MS, bei der der Fokus auf der Akzeptanz der Vergangenheit und einem mehr im Jetzt leben lag, etwas, das bei mehreren Erkrankungen helfen kann, da Angst oft als Katalysator für Beschwerden wirkt.
Kurz nach diesem Artikel wurde eine kleine Studie zu Psilocybin bei Menschen mit fortgeschrittener MS durchgeführt. Diese Studie aus dem Jahr 2019 untersuchte die Wirkung auf depressive Symptome und Lebensqualität, nicht auf die MS selbst. Die Ergebnisse zeigten eine Verringerung von Depression und Angst, mit einer Verbesserung der Lebensqualität, die bei einigen Teilnehmern bis zu fünf Wochen nach der Sitzung anhielt. Die Wirkung auf MS als Krankheit ist bisher nicht separat untersucht worden.
Erfahrung von Triptherapie mit Kunden mit MS
Bei ehemaligen Kunden mit MS sehen wir oft eine Verbesserung der Stimmung, was im Einklang mit der Studie aus dem Jahr 2019 steht. Eine bessere Stimmung hilft oft, besser mit der Krankheit umzugehen, und Stressabbau kann bei einigen die Symptome lindern.
Dies basiert auf anekdotischen Belegen aus einigen Sitzungen, nicht auf langfristiger Begleitung oder kontrollierter Forschung. Damit bleibt es eine Theorie.
Eine mögliche Erklärung: Entzündungen und Regeneration
Eine Hypothese ist, dass MS teilweise eine Reaktion des Körpers ist, um beschädigte Zellen aufzuräumen. Wenn es weniger Schaden gibt, würde das Immunsystem möglicherweise weniger heftig reagieren, mit weniger Entzündungen und somit weniger Arbeit für die Makrophagen, die die Nervenzellen angreifen. Ein Lebensstil, der Entzündungen vermindert, könnte dann in der Theorie dazu beitragen, MS zu bremsen.
Vitamin D und MS
Es gibt ein auffälliges Muster: rund um den Äquator, wo Menschen mehr Sonnenlicht erhalten, kommt MS seltener vor. Dies könnte mit der Produktion von Vitamin D zusammenhängen. Eine mäßige Sonnenlichtexposition oder die Ergänzung mit Vitamin-D-Präparaten wird daher manchmal als möglicherweise unterstützender Faktor genannt.
Ernährung gegen MS und Entzündungen
Eine entzündungshemmende Ernährung kann auf mehrere Weisen beitragen. Erstens verringert sie Entzündungen im Darm und an anderen Stellen im Körper. Zweitens verringert dies indirekt Stress, und weniger Cortisol fördert die Körpererholung, was bei MS besonders wichtig ist. Drittens erhöht diese Ernährungsweise die Serotoninproduktion, was wiederum zur Freisetzung von BDNF beiträgt.
Myelinisierung, der Prozess, bei dem die Schutzschicht um Nervenzellen gebildet und aufrecht erhalten wird, ist zudem von Nährstoffen wie Vitamin B12, Eisen und gesunden Fetten abhängig. Erhitzte oder oxidierte Fette können genau zu Entzündungen im Gewebe und möglicherweise auch im Myelin beitragen, was es bei MS besonders wichtig macht, auf die Qualität der Fettaufnahme zu achten. Es ist auch ratsam, die Aufnahme von in Fett löslichen schädlichen Stoffen zu begrenzen, wie Schwermetalle und Mikroplastik, da diese sich in fettähnlichem Gewebe ansammeln können.
Die Theorie: BDNF und Neuroplastizität
BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) ist ein Protein, das die Regeneration von Nervenzellen und die Bildung neuer Nervenverbindungen stimuliert. Bei MS könnte eine erhöhte BDNF-Konzentration den Körper möglicherweise schneller heilen lassen, als das Immunsystem ihn abbaut, vor allem in Kombination mit einem entzündungshemmenden Lebensstil.
Psilocin (aus Pilzen), DMT (aus Ayahuasca) und LSD stimulieren den 5HT2a-Rezeptor stark, was die BDNF-Produktion erheblich erhöht. Bei einer mittleren bis hohen Dosierung von Psilocybin (15 bis 45 mg) entsteht auf diese Weise ein Ausmaß an Neurogenese, der Entstehung neuer Nervenzellen, das mit nur wenigen anderen Mitteln erreicht wird.
Ob dies tatsächlich bei der Heilung oder Verlangsamung von MS helfen kann, muss noch wissenschaftlich bewiesen werden. Jedoch zeigte die Forschung an Mäusen mit einer MS-artigen Erkrankung, dass eine BDNF-Behandlung die Krankheit, Entzündung und Demyelinisierung im zentralen Nervensystem verringerte. Untersuchungen an menschlichen Zellkulturen wiesen auf mögliche neuroprotektive Wirkungen von BDNF gegen die bei MS auftretende Entzündungsreaktion hin.

BDNF ist ein Neurotrophin, das die Regeneration von Neuronen und die Bildung neuer Nervenverbindungen stimuliert. Wenn man mehr neue Verbindungen bildet, als durch MS zerstört werden, könnte dies theoretisch MS verlangsamen oder sogar umkehren. Es gibt jedoch noch keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass BDNF bei Menschen mit MS wirkt. Eine an Mäusen mit einer MS-ähnlichen Erkrankung durchgeführte Studie ergab, dass die Behandlung mit BDNF die Erkrankung linderte und die Entzündung sowie die Demyelinisierung im Zentralnervensystem verringerte. Eine andere Untersuchung an menschlichen Zellkulturen legte nahe, dass BDNF möglicherweise neuroprotektive Wirkungen gegen die bei MS beobachtete Entzündungsreaktion hat. Es hat also ganz den Anschein, dass BDNF eine Rolle bei MS spielt.
Wie oft sollte man dann eine Psilocybin-Sitzung machen?
Für Menschen ohne MS gilt eine Richtlinie von nicht öfter als einer höher dosierten Sitzung pro ein bis zwei Monate. Bei Menschen mit MS wird ein minimaler Zwischenzeitraum von zwei Wochen eingehalten, mit einem bevorzugten Intervall von zwei bis zehn Wochen. Zu schnell hintereinander Sitzungen zu machen, erhöht das Risiko einer Toleranz.
Andere Wege zur Erhöhung von BDNF
Neben Psilocybin, DMT und LSD gibt es auch nicht-psychedelische Wege, um BDNF zu erhöhen, wenngleich die Wirkung davon meist geringer ist. Das Beste ist, so viele dieser Faktoren wie möglich gleichzeitig richtig zu machen.
Es wird auch zu dem TrkB-Agonisten-Peptid (entwickelt von dem japanischen Unternehmen PeptiGrowth) geforscht, einer experimentellen Substanz, die BDNF ohne psychedelische Wirkung erhöhen kann. Dies könnte theoretisch eine nicht-psychedelische Alternative sein, obwohl die psychedelische Erfahrung selbst auch zur Veränderung der Stimmung beitragen kann.
Begleitung bei einer Psilocybin-Sitzung
Möchten Sie Unterstützung bei einer höher dosierte Psilocybin-SitzungFüllen Sie dann zuerst unser Aufnahmeformular aus. Damit wird auf Gesundheit und Sicherheit gescrent, und das Aufnahmeformular bildet die Grundlage für eine Beratung über das beste Mittel, die Dosierung und die Vorbereitung auf die Sitzung.