LSD-Sitzung bei generalisierter Angststörung

Symbolik dafür, wie LSD die Angst besiegt

LSD und Angststörungen

Bei Triptherapie unterstützen wir immer mehr Menschen, die unter generalisierter Angststörung (GAD) leiden. Diese Erkrankung ist bekannt für chronische Sorgen, Anspannung und Unsicherheitsgefühle, die den Alltag stark beeinträchtigen können. Herkömmliche Therapien und Medikamente wie SSRIs oder Benzodiazepine bieten nicht immer die gewünschte Linderung und sind oft nicht von Dauer.

Die wiederauflebende Forschung zu Psychedelika ändert dies. Insbesondere LSD (Lysergid) stößt als potenzielle Behandlungsmethode für Angststörungen auf erneutes Interesse. Interessanterweise kann bereits eine einzige Sitzung Angstsymptome über Monate hinweg lindern. Doch welche Dosierung ist optimal zur Angstreduktion?

Wissenschaft und die richtige LSD-Dosierung?

Im September 2025 wurde in JAMA Psychiatry die größte moderne klinische Studie zu LSD bei generalisierter Angststörung veröffentlicht. In dieser Studie wurden 198 Erwachsene mit mittelschweren bis schweren Angststörungen nach dem Zufallsprinzip verschiedenen Gruppen zugeteilt. Jeder Teilnehmer erhielt eine Einzeldosis von 25, 50, 100 oder 200 Mikrogramm LSD (MM120, pharmazeutisches Tartrat) oder ein Placebo und wurde anschließend über mehrere Monate beobachtet.

25 und 50 µg

Bei diesen niedrigeren Dosen beobachteten die Forscher im Vergleich zur Placebogruppe kaum einen Unterschied. Dies deutet darauf hin, dass Mikrodosen, also sehr niedrige Dosen, bei schwerer Angst oft zu schwach sind, um eine eindeutige therapeutische Wirkung zu erzielen. Zwar berichten manche Menschen von einer leichten Verbesserung ihrer Stimmung oder Konzentration durch Mikrodosierung, doch reichte dies in dieser Studie nicht aus, um eine signifikante Reduktion der generalisierten Angststörung zu bewirken.

100 µg

Diese Dosierung erzielte die besten Ergebnisse. Die Teilnehmer berichteten von einer deutlichen und klinisch relevanten Reduktion ihrer Angstsymptome, die mindestens 12 Wochen nach der Behandlung anhielt. Der Effekt war stärker als in der Placebogruppe und hielt deutlich länger an als bei herkömmlichen Medikamenten, bei denen die Symptome nach dem Absetzen oft schnell wiederkehren.

200 µg

Diese höhere Dosis führte ebenfalls zu einer signifikanten Reduktion der Angstzustände, vergleichbar mit der 100-µg-Gruppe. Die Forscher stellten jedoch fest, dass die Wirkung oft intensiver war und mitunter von vorübergehendem Unbehagen, wie etwa Angstzuständen oder körperlicher Unruhe während des Wirkungsmaximums, begleitet wurde. Trotz dieser Intensität berichteten viele Teilnehmer im Anschluss von einem Gefühl der Erleichterung und größerer Akzeptanz.

Das Besondere an dieser Studie ist, dass während der Sitzungen keine Psychotherapie erlaubt war. Die Teilnehmenden wurden lediglich in einem sicheren und angenehmen Umfeld begleitet und betreut, jedoch ohne tiefgreifende therapeutische Intervention oder Anleitung. Dennoch erwiesen sich die Effekte auf die Angstreduktion als stark und anhaltend. Zufälligerweise schrieben wir vor etwa einer Woche, also vor der Veröffentlichung dieser Studie, dass Psychotherapie für die Wirksamkeit oft nicht notwendig ist. Mehr dazu und zum biologischen Mechanismus hinter der positiven Wirkung von Psychedelika können Sie hier lesen:

Kombination von LSD mit Psilocybin oder MDMA

Neben LSD-Sitzungen setzen wir gelegentlich auch Substanzkombinationen ein. Dabei gehen wir stets sorgfältig vor und berücksichtigen die Sicherheit, die persönlichen Umstände und die therapeutischen Ziele. Nicht jeder Klient hat die gleichen Bedürfnisse oder reagiert gleich auf eine bestimmte Dosis. Daher suchen wir für jeden Einzelnen die beste Vorgehensweise, und auch andere Faktoren neben der Angststörung können die Wahl einer bestimmten Kombination beeinflussen.

Zauberer-Flip (LSD + Psilocybin)

Für Klienten, die sowohl unter Angstzuständen als auch unter Depressionen leiden, erweist sich der sogenannte Wizard Flip (die Kombination von LSD und Psilocybin) oft als besonders wertvoll.

  • LSD hat eine starke kognitive Wirkung: Es öffnet den Geist, fördert kreative Denkprozesse und hilft dabei, eingefahrene Muster aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
  • Psilocybin dringt tiefer in die emotionalen und spirituellen Ebenen ein und erleichtert es den Menschen, auf Gefühle zuzugreifen, die oft lange Zeit unterdrückt wurden.
  • Durch die Kombination lassen sich klarere visuelle Effekte und somit visuelle Erkenntnisse gewinnen.

Die Synergie dieser beiden Ansätze kann zu tiefgreifenden Durchbrüchen führen: Klienten erfahren, wie ihre Ängste mit ungelösten Emotionen verknüpft sind und erhalten die Möglichkeit, diese in einem geschützten Rahmen zu verarbeiten und loszulassen. Wir beobachten, dass dies für viele Menschen mit Angstzuständen und Depressionen eine intensive, aber transformative Reise ist, die oft zu nachhaltiger innerer Heilung und einer größeren Wertschätzung des Lebens führt.

Candy Flip (LSD + MDMA)

Bei Klienten mit Angststörungen, die einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) sehr ähnlich sind, verwenden wir manchmal eine andere Kombination: den Candy Flip, eine Sitzung mit LSD und MDMA.

  • MDMA erzeugt häufig verstärkte positive Gefühle, ein Gefühl der Sicherheit und Empathie und kann die Verbundenheit stärken. Dies kann Menschen helfen, sich schmerzhaften Erinnerungen zu nähern, ohne von Angstzuständen oder Flashbacks überwältigt zu werden.
  • LSD bietet die Möglichkeit, tiefere Bewusstseinsschichten zu erforschen und alte Überzeugungen oder Traumata aus einer neuen Perspektive zu überdenken.
  • Diese Kombination führt oft zu einer Reise, die als sicher gilt.

Zusammengenommen kann dies eine einzigartige und kraftvolle Dynamik erzeugen, in der Menschen ihre Traumata besser visuell verarbeiten und eine deutliche Steigerung ihrer Lebensqualität erleben können.

LSD-Sitzung unter Aufsicht bei Triptherapie

Bei Triptherapie sind wir der Überzeugung, dass Begleitung und Integration zwar manchmal unerlässlich sind, aber oft einen erheblichen Mehrwert bieten. Dies gilt unabhängig von der gewählten Dosierung oder Kombination, doch bei höheren Dosierungen wird Begleitung zunehmend zur Voraussetzung für Sicherheit und Wirksamkeit. Eine erfolgreiche psychedelische Sitzung ist ein tiefgreifender Prozess, der mit sorgfältiger Vorbereitung beginnt und sich während der Sitzung selbst auswirkt.

Im Vorfeld nehmen wir uns Zeit, Sie und Ihre Situation genau kennenzulernen. Wir besprechen Ihre Krankengeschichte, Ihre aktuellen Symptome, Ihren Lebensstil und Ihre persönlichen Ziele. Gemeinsam legen wir die optimale Dosierung und die passenden Medikamente fest. In den Wochen vor der Behandlung geben wir Ihnen außerdem praktische Tipps zu Ernährung, Nahrungsergänzungsmitteln und Bewegung, damit Ihr Körper und Geist bestmöglich vorbereitet sind. Diese biochemische Unterstützung trägt dazu bei, Ihr Gehirn und Ihren Körper optimal auf die Erfahrung vorzubereiten.

Während der Sitzung selbst schaffen wir eine Atmosphäre der Sicherheit und Geborgenheit – das sind zwei unterschiedliche Dinge! Manchen Klienten genügt unsere bloße Anwesenheit im Hintergrund, um sich sicher zu fühlen und vollkommen loszulassen. Andere benötigen aktive Unterstützung: ein offenes Ohr, beruhigende Worte, Atemübungen oder ein gezieltes Eingreifen, um Widerstände aufzulösen.

Nach der Sitzung benötigen Sie möglicherweise zusätzliche Unterstützung. Die Erfahrung selbst kann intensiv sein, doch die nachhaltige Veränderung entsteht zum Teil dadurch, wie Sie die gewonnenen Erkenntnisse anschließend umsetzen. Deshalb legen wir so großen Wert auf die Integration. In der Integrationssitzung helfen wir Ihnen, die Erfahrung zu verstehen, neue Perspektiven in Ihren Alltag zu integrieren und den Weg zu mehr innerem Frieden zu beschreiten.

MDMA-Therapeut

Das Ausmaß der therapeutischen Unterstützung

Während der LSD-Sitzungen ist es wichtig, dass wir Ihre therapeutischen Bedürfnisse und die Rolle des Therapeuten besprechen. Daher können Sie jederzeit den gewünschten Grad an Begleitung und die für Sie passende Therapieform festlegen. Manche Klienten bevorzugen eine rein psychedelische Erfahrung in Begleitung eines erfahrenen Tripsitters, der für Sicherheit sorgt und einen ruhigen und sicheren Ablauf gewährleistet. Andere benötigen eine intensivere Begleitung, für die wir verschiedene Methoden einsetzen können, wie zum Beispiel:

  • Psychologische Beratung: Unterstützung durch einen Psychologen, der Ihnen hilft, Angstmuster zu bearbeiten und zugrunde liegende Themen zu verstehen.
  • IFS (Internal Family Systems): eine Methode, die Ihnen hilft, verschiedene Aspekte Ihrer Persönlichkeit besser zu verstehen und zu integrieren. Dies kann besonders hilfreich sein, um mit inneren Konflikten oder anhaltenden Ängsten umzugehen.
  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): neue Denkmuster einüben und alte, angstgetriebene Überzeugungen loslassen.
  • EMDR: eine nachweislich wirksame Methode zur Behandlung von PTBS und traumabedingten Beschwerden, die in Kombination mit Psychedelika manchmal noch intensiver wirkt.
  • Achtsamkeits- und Atemtechniken: um während der Sitzung Ruhe zu finden, Spannungen abzubauen und mehr mit dem Hier und Jetzt in Kontakt zu treten.
  • Spirituelle Begleitung: für Klienten, die offen sind für einen umfassenderen, bewusstseinsorientierten Ansatz bei ihren Beschwerden und Lebensfragen.

Unsere Aufgabe ist es, Sie dabei zu unterstützen, die richtige Balance zwischen Ihrer eigenen inneren Arbeit und unserer professionellen Begleitung zu finden. Manchmal geschieht dies durch sanfte, unterstützende Begleitung, manchmal durch einen intensiven therapeutischen Prozess. Alles ist darauf ausgerichtet, Ihnen die bestmögliche Erfahrung und nachhaltige Ergebnisse zu ermöglichen – stets mit Sicherheit und Ihrem persönlichen Wohlbefinden als Grundlage. Im Anmeldeformular können Sie Ihre Präferenzen angeben, damit wir Sie mit einem Therapeuten oder Reisebegleiter in Kontakt bringen können.