Medikamente als Therapie

medikamentöse Therapie

Medizinische Medikamente?

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff „Drogen“ oft synonym mit süchtig machenden Drogen verwendet. Tatsächlich fallen jedoch viele verschiedene Substanzen unter den Oberbegriff „Drogen“. Einige werden als Drogenmissbrauch, andere als Suchtmittel oder als Medikamente wie Cannabis eingestuft. Die Art des Konsums ist dabei natürlich der wichtigste Faktor. In letzter Zeit stehen Halluzinogene und sogar Psychedelika ohne halluzinogene Wirkung aufgrund ihres therapeutischen Potenzials im Fokus. Wir betrachten Psychedelika daher als eine völlig andere Untergruppe der verschiedenen Drogen und halten sie für die am wenigsten schädlichen. Dies bezieht sich auf die am besten erforschten und am wenigsten schädlichen Substanzen: Psilocybin aus Zauberpilzen und Zaubertrüffeln. Aber auch LSD und MDMA rücken zunehmend in den Fokus der Forschung.

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Forschung zur Schädlichkeit von Drogen

Was haben die verschiedenen Psychedelika gemeinsam?

1: BDNF

Fast alle Psychedelika sind dafür bekannt, die Aktivität der Serotoninrezeptoren zu erhöhen. Dies geschieht in der Regel, weil Psychedelika Serotonin ähneln und daher an dieselben Rezeptoren binden. Bei einigen Substanzen, wie beispielsweise MDMA, wird die Aktivität durch die Freisetzung körpereigener Serotoninspeicher gesteigert. Insgesamt werden die meisten Effekte durch die Stimulation des 5-HT2A-Serotoninrezeptors erzielt. Der Grad der Stimulation, insbesondere des 5-HT2A-Rezeptors, sowie einer Kombination anderer Rezeptoren, bewirkt eine Veränderung der Wahrnehmung und der Stimmung sowie die Bildung neuer Verbindungen im Gehirn. Diese neuen Verbindungen werden der erhöhten Produktion des Neurotrophins BDNF zugeschrieben. Wenn der Körper mehr BDNF freisetzt, aktiviert er eine Reihe von Genen, die das Wachstum neuer Gehirnzellen, Nervenzellen und Verbindungen anregen. Noch höhere BDNF-Werte führen zu schnellerem Lernen, einem besseren Gedächtnis, verlangsamtem Altern und einer raschen Neustrukturierung der Verbindungen zwischen Gehirn und Körper.

BDNF erhöht zudem die Plastizität des Gehirns. Werden Gehirnzellen geschädigt oder Stress ausgesetzt, schützt BDNF sie und hilft ihnen, sich stärker zu erholen. Neuronale Verbindungen werden flexibler, anstatt abgebaut zu werden, was erklären könnte, warum höhere BDNF-Werte mit der Bekämpfung von Depressionen in Verbindung gebracht werden.

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2: DMN-Aktivität

Das Default Mode Network (DMN) umfasst Bereiche des Cortex, die normalerweise im Ruhezustand aktiv sind und an der Erinnerung an Ereignisse, der sozialen und emotionalen Beurteilung sowie der Zukunftsplanung beteiligt sind. Eine reduzierte DMN-Aktivität führt zu einem Verlust des Zeitgefühls und einer stärkeren Konzentration auf das Hier und Jetzt. Dadurch verschwinden Sorgen und Ängste um die Zukunft.

Eine geringere Aktivität des Default Mode Network (DMN) führt daher zu einem niedrigeren Stressniveau und somit zu einem niedrigeren Cortisolspiegel. Ein niedriger Cortisolspiegel ermöglicht es dem Körper, seine Selbstheilungskräfte zu nutzen und so Krankheiten und Entzündungen zu bekämpfen. Dank des reduzierten Entzündungsniveaus wird vermehrt Serotonin freigesetzt, was wiederum die Freisetzung von BDNF anregt und gleichzeitig Angstzustände und Depressionen lindert.

3: Weniger Ego

Psychedelika führen in höheren Dosen zu einer Abnahme des Selbstbewusstseins, da eine intensivere Verbundenheit erlebt werden kann. Das Ego verlangt im Allgemeinen nach immer mehr, oft ungesunden Dingen. Es macht uns ruhelos und ängstlich, da Selbsterhaltung sein oberstes Ziel ist. Ohne es könnten wir nicht überleben, doch ein überaktives Ego führt zu Trennung, Einsamkeit und Sucht.

Weniger Ego bedeutet mehr Verbundenheit, weniger Depressionen, mehr Serotonin, mehr BDNF, mehr gesunde Entscheidungen, weniger Stress und weniger DMN-Aktivität.

4: Emotionen sind erlaubt

Es ist nicht ungewöhnlich, dass während einer Psilocybin-Sitzung lange unterdrückte Emotionen an die Oberfläche kommen. Das Loslassen dieses “alten Schmerzes” löst emotionale Blockaden und manchmal sogar psychosomatische Beschwerden. Es kann befreiend sein, alles, was gefühlt werden muss, ungehemmt zu spüren. Da Psychedelika auch ein Gefühl der Zufriedenheit hervorrufen können, lassen sich diese “negativen” Emotionen oft leichter fühlen und zu etwas verarbeiten, mit dem man zufrieden sein kann.

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Alle Emotionen sind gut und dürfen da sein.

5: Halluzinationen

MDMA ruft in normalen Dosen fast keine Halluzinationen hervor, im Gegensatz zu anderen bekannten Psychedelika. LSD, Psilocybin und DMT (Ayahuasca) sind dafür bekannt, Halluzinationen auszulösen. Diese Halluzinationen können, in Kombination mit den oben beschriebenen Wirkungen, zu neuen, hilfreichen Erkenntnissen, spirituellen Erfahrungen oder einer wahrhaft wunderschönen, unbeschreiblichen Erfahrung führen. Wir glauben, dass sie auch Einblicke in die Funktionsweise des Unterbewusstseins ermöglichen, und mit diesem neuen Wissen kann man leichter gesündere Entscheidungen treffen. Möchten Sie mehr über Halluzinationen erfahren? Dann lesen Sie weiter über den Link:

Sie beginnen eine psychedelische Therapie?

Bei uns beginnt jede Sitzung mit einem Anamnesebogen. Nach dem Ausfüllen erhalten Sie per E-Mail ein erstes Beratungsgespräch inklusive der empfohlenen Erfahrung und Dosierung. Die E-Mail enthält außerdem eine Erklärung des Ablaufs und Informationen zur Terminvereinbarung für eine psychedelische Sitzung.

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