Die Auswirkungen von LSD

LSD als Therapie

LSD ist das stärkste Psychedelikum.

LSD (Lysergsäurediethylamid) gilt aufgrund seiner Wirkstärke, Wirkungsdauer und -intensität als eines der stärksten Psychedelika. Hier sind einige Gründe, warum LSD als das stärkste aller bekannten Psychedelika gilt:

  1. Wirkstärke: LSD ist sehr potent und kann bereits in Dosen von wenigen Mikrogramm (µg) eine starke Wirkung hervorrufen. Eine typische LSD-Dosis liegt beispielsweise bei etwa 100–200 µg, während die Wirkung von Psilocybin üblicherweise bei Dosen von 10–30 mg und von DMT bei Dosen von 10–60 mg spürbar ist. Das bedeutet, dass LSD etwa 500-mal stärker ist als Psilocybin und DMT.
  2. Tripdauer: LSD-Trips können bis zu 12 Stunden dauern, während Psilocybin- und DMT-Trips typischerweise kürzer sind. Diese verlängerte Wirkung kann das LSD-Erlebnis tiefer und intensiver machen als das anderer Psychedelika.
  3. Wirkungen: LSD ist bekannt für seine Fähigkeit, extrem intensive und komplexe visuelle, mentale und emotionale Effekte hervorzurufen. Diese Effekte können von Person zu Person stark variieren. Zu den häufigsten Effekten gehören veränderte Wahrnehmung, gesteigerte Selbstreflexion, mystische Erfahrungen und starke emotionale Reaktionen. Diese intensiven Effekte machen LSD zu einer einzigartigen und potenziell überwältigenden Erfahrung.

Die starke und lang anhaltende Wirkung von LSD beruht darauf, dass es an dieselben Rezeptoren wie DMT und Psilocybin bindet, aber aufgrund seiner Molekülform nur schwer wieder freigesetzt werden kann. Zudem kann die Leber LSD langsam abbauen, und die Abbauprodukte werden über den Urin ausgeschieden. Dies unterscheidet es von DMT und Psilocybin.

Die Auswirkungen von LSD

LSD wirkt auf Rezeptoren im Gehirn

Die hervorgerufenen Effekte stehen primär im Zusammenhang mit den serotonergen Rezeptoren. Diese 5-HT-Rezeptoren sind im gesamten Gehirn verteilt, und wenn LSD an diese Rezeptoren bindet, verändert es die Impulsleitung im Gehirn. LSD besitzt eine Affinität zu diesen Rezeptoren:

  1. 5-HT2A-RezeptorLSD bindet vorwiegend an diesen Rezeptor, der an der Regulation von Wahrnehmung, Kognition, Emotion und Bewusstsein beteiligt ist. Die Stimulation dieses Rezeptors durch LSD kann zu Veränderungen der visuellen Wahrnehmung, verstärkten Emotionen und verändertem Bewusstsein führen. Zudem kann es die Aktivität im präfrontalen Kortex erhöhen, was wiederum Veränderungen im Denken und ein Gefühl der Verbundenheit mit der Umwelt zur Folge haben kann.
  2. 5-HT1A-Rezeptor: LSD kann auch an diesen Rezeptor binden, der an der Regulierung von Angstzuständen, Depressionen und Stimmung beteiligt ist. Die Stimulation dieses Rezeptors kann zu einer Linderung von Angstzuständen und Depressionen führen, wobei das genaue Ausmaß der Stimulation durch LSD unklar ist.
  3. Andere 5-HT-Rezeptoren: LSD kann auch die 5-HT1D-, 5-HT5A- und 5-HT6-Rezeptoren stimulieren. Obwohl die genauen Auswirkungen dieser Stimulation noch nicht vollständig verstanden sind, besteht möglicherweise ein Zusammenhang mit der angstlösenden und antidepressiven Wirkung von LSD.

Erhöhte Glutamat- und BDNF-Werte als Folge von LSD

Neben den Wirkungen, die eine Person selbst erfahren kann, verändern sich bei der Einnahme von Psychedelika wie LSD, DMT oder Psilocybin auch die chemischen Botenstoffe im Gehirn. Eine verstärkte Stimulation des 5-HT2a-Rezeptors führt zur Freisetzung von Glutamat und BDNF.

Glutamat

Glutamat ist der wichtigste erregende Neurotransmitter im Gehirn und spielt eine entscheidende Rolle in der Kommunikation zwischen Nervenzellen. Eine erhöhte Glutamatfreisetzung kann zu gesteigerter synaptischer Plastizität und zur Bildung neuer Synapsen zwischen Nervenzellen führen. Dies wiederum kann kognitive Funktionen wie Lernen, Gedächtnis und Informationsverarbeitung verbessern. Ein Glutamatmangel ist jedoch selten und tritt typischerweise nur bei neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen auf.

BDNF

BDNF ist ein Neurotrophin, das das Wachstum und Überleben von Nervenzellen fördert. Es gilt als Schlüsselfaktor der Neuroplastizität und kann die Synapsen zwischen Nervenzellen stärken. Eine erhöhte BDNF-Freisetzung im Gehirn kann die kognitive Funktion und die Fähigkeit des Gehirns, neue Informationen zu verarbeiten und zu lernen, verbessern. BDNF schützt zudem Neuronen vor Degeneration und fördert die Neurogenese, also das Wachstum neuer Nervenzellen.

Die Auswirkungen von LSD

Insgesamt kann die Freisetzung von Glutamat und BDNF im Gehirn zu einer verbesserten kognitiven Funktion und einer gesteigerten Anpassungsfähigkeit des Gehirns an neue Umgebungen und Situationen führen. Dies könnte beispielsweise bei der Behandlung von Erkrankungen wie Depressionen von Vorteil sein, bei denen eine verminderte synaptische Plastizität und ein reduzierter BDNF-Spiegel beobachtet wurden.

Die obige Abbildung veranschaulicht den Mechanismus, durch den Psychedelika die Neurochemie und Neurotransmission beeinflussen. BDNF spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Depressionen, insbesondere bei Männern, aber auch bei Frauen. Erhöhte BDNF- und Glutamatspiegel könnten theoretisch die Symptome einiger neurodegenerativer Erkrankungen wie Multiple Sklerose und Parkinson lindern.

Das LSD-Erlebnis

Die Erfahrung mit LSD hängt von der Person, den Umständen und vor allem der Dosis ab. Eine sehr niedrige Dosis LSD bewirkt kaum oder gar keine Veränderung, während 200 Mikrogramm einen ausgewachsenen Trip auslösen können. Je höher die Dosis, desto stärker die Wirkung und damit auch die Intensität des Trips.

Weitere Informationen: Psychedelika und Triplevel

LSD-Sitzung als Therapie

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