Die Auswirkungen der Psilocybin-Therapie

Trüffel

Eine Psilocybin-Sitzung als Therapie

Wir wissen schon länger, dass Psilocybin eine wirkungsvolle Ergänzung zur Therapie darstellt. Es wird häufig in psychedelischen Sitzungen eingesetzt, um Symptome wie Depressionen, geringes Selbstwertgefühl, Suchterkrankungen und verschiedene Angststörungen zu behandeln. Unter den Psychedelika gilt Psilocybin als wahres Allroundtalent. Die Dosierung ist oft einfacher als bei anderen Substanzen wie Ayahuasca, und der Trip dauert nicht unnötig lange, wie es bei LSD der Fall sein kann. Selbst ohne Symptome können Sitzungen mit Psilocybin Kreativität und Spiritualität anregen. In diesem Artikel erklären wir die Wirkungsweise von Psilocybin und warum es als therapeutisches Mittel eingesetzt werden kann.

Psilocybin wird in Psilocin umgewandelt.

Zauberpilze, Trüffel, Psilohuasca und Psiloflora enthalten alle Psilocybin/Psilocin und gehören zur Gruppe der Halluzinogene. Zauberpilze und Trüffel enthalten die gleichen Wirkstoffe in etwa gleichen Anteilen. Die Wirkung ist individuell und hängt von der persönlichen Empfindlichkeit, der Persönlichkeit, der Stimmung, der jeweiligen Substanz und der Dosis ab. Die Wirkstoffe Psilocin und Psilocybin ähneln dem körpereigenen Neurotransmitter Serotonin. Nach der Einnahme wandelt der Körper Psilocybin in Psilocin um. Psilocin bindet an den Serotoninrezeptor, den sogenannten 5-HT2A-Rezeptor. Die verstärkte Stimulation dieser Rezeptoren erzeugt die Wirkung von Zauberpilzen. Die Wirkungsstärke wird in drei Stufen unterteilt.

Psilocin nach der Umwandlung in Psilocybin

Reisestufe 1

Auf der ersten Stufe des Trips verschwinden die negativen Gefühle der Serotonin-Depression. Da sich die Kommunikation zwischen den Gehirnhälften verändert, klingt Musik intensiver, Farben werden leuchtender und die Umgebung wird greifbarer. Alle Sinne sind geschärft. In dieser Phase sind Sie offener und kontaktfreudiger und beginnen, ehrlich und aufrichtig mit anderen und sich selbst umzugehen.

Reisestufe 2

Eine intensivere Wahrnehmung von Farben und visuellen Reizen wie der Bewegung und dem “Atmen” von Objekten, Wänden usw. Mit geschlossenen Augen lassen sich zweidimensionale Muster erkennen. Aufgrund von Veränderungen im Kurzzeitgedächtnis erlebt der Nutzer kontinuierlich ablenkende Gedankenmuster, die sich mit Phasen extremer Konzentration abwechseln. Der natürliche Filter des Gehirns wird umgangen, was unter anderem die Kreativität steigert. In dieser Phase können bereits erste Zusammenhänge entdeckt werden. Zusammenhänge, beispielsweise darüber, warum bestimmte Dinge geschehen und wie man damit umgehen kann.

Reisestufe 3

Sehr deutlich wahrnehmbare visuelle Eindrücke; alles wirkt verzerrt oder verzerrt. Muster sind an Wänden, Gegenständen, Gesichtern usw. zu erkennen. Leichte Halluzinationen treten auf, beispielsweise der Eindruck fließender Flüsse in Holzmaserungen oder anderen Texturen. Es kommt zu sensorischen Verwirrungen, etwa der Wahrnehmung von Geräuschen als Farben. Die Zeitwahrnehmung verzerrt sich, sodass alles im “Jetzt” zu geschehen scheint. Ab dieser Ebene ist es bereits möglich, mit dem Unterbewusstsein in Kontakt zu treten und es gleichzeitig leicht zu kontrollieren. Stressauslösende Ängste können im Unterbewusstsein verankert sein, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Diese Ebene ist hilfreich, um diese Ängste aus dem Unterbewusstsein heraus zu bekämpfen. Ängste haben ihren Ursprung oft in der Vergangenheit und/oder der Zukunft. In der Gegenwart sind diese Ängste nicht real, und Akzeptanz ist auf dieser dreifachen Ebene möglich.

Reisestufe 4

Starke Halluzinationen, wie etwa die Verwandlung von Objekten in andere. Die Wahrnehmung des Ichs verblasst; beispielsweise können Gegenstände anfangen zu sprechen, oder es können gleichzeitig widersprüchliche Gefühle auftreten. Es kommt zu einem gewissen Realitätsverlust; Zeit wird zu einem unbegreiflichen Konzept. Außerkörperliche Erfahrungen sind möglich. Reize verschiedener Sinne vermischen sich. Aufgrund des Verlusts des Ichs und des damit einhergehenden Verlusts des Selbstschutzes sind Menschen in dieser Phase hart, aber ehrlich zu sich selbst. Probleme können angegangen und verarbeitet werden. Die Verbindung zum Unterbewusstsein ist auf dieser dreifachen Ebene sehr stark, wodurch viel über die eigene Persönlichkeit erfahren werden kann, auch wenn es aufgrund des Verlusts des Ichs so scheint, als sei man jemand anderes.

Reisestufe 5

Es kommt zu einem vollständigen Verlust der visuellen Verbindung zur Realität; die Sinne funktionieren nicht mehr normal. Das Ego löst sich vollständig auf. Konsumenten fühlen sich mit dem Raum, anderen Objekten oder dem Universum verschmelzen. Der Realitätsverlust ist so tiefgreifend, dass er sich kaum erklären oder artikulieren lässt. Diese Stufe unterscheidet sich von den anderen dadurch, dass das eigentliche Universum, in dem die Dinge existieren, aufhört zu existieren. In dieser Phase hat das Ego keinerlei Kontrolle mehr. Die Verbindung zum Unterbewusstsein ist nun maximal. Es gibt nichts zu verbergen. Es ist wie ein Traum, den man selbst nicht steuern kann. Diese Phase kann Erkenntnisse bieten, die zunächst unverständlich erscheinen mögen. Konsumenten von Stufe 5 bezeichnen ihre Erfahrungen oft als mystisch, als die schönste Erfahrung ihres Lebens oder sogar als beängstigend. Insbesondere Kontrollfreaks empfinden es anfangs als beängstigend. Es ist nicht ratsam, diese Stufe ohne vorherige Erfahrung mit Psychedelika zu erleben.

Veränderungen spielen eine Schlüsselrolle

Neben der subjektiven psychedelischen Erfahrung spielen vor allem positive Veränderungen eine wichtige Rolle. Psychedelika wie Psilocybin ermöglichen es uns, neue Verbindungen im Gehirn herzustellen, was oft mit neuen Erkenntnissen einhergeht. Diese neuen Verbindungen können zu verändertem Denken und dem Erwerb neuer Verhaltensmuster führen. Sind diese neuen Muster gesünder, profitieren wir von einer verbesserten körperlichen und geistigen Gesundheit. Versuchen Sie daher stets herauszufinden, welche positiven Veränderungen Ihnen weiterhelfen können.

Mehr BDNF aus Psychedelika

Da Psychedelika wie Psilocin (aus Trüffeln) den 5-HT2A-Rezeptor stimulieren, wird BDNF freigesetzt. Eine erhöhte BDNF-Ausschüttung im Körper aktiviert eine Reihe von Genen, die das Wachstum neuer Gehirnzellen, Nervenzellen und zahlreicher Verbindungen anregen. Noch höhere BDNF-Werte fördern schnelleres Lernen, besseres Erinnern und langsameres Altern. Zudem optimiert das Gehirn seine Verbindungen zu anderen Hirn- und Körperregionen.

Psilocybin und der 5-HT2a-Rezeptor

BDNF erhöht zudem die Plastizität des Gehirns. Werden Gehirnzellen geschädigt oder Stress ausgesetzt, schützt BDNF sie und hilft ihnen, sich stärker zu erholen. Die neuronalen Verbindungen werden flexibler, anstatt abgebaut zu werden. Dies könnte erklären, warum ein höherer BDNF-Spiegel mit der Bekämpfung von Depressionen in Verbindung gebracht wird.

Geringere Aktivität des DMN

Das Default Mode Network (DMN) umfasst Bereiche des Cortex, die normalerweise im Ruhezustand aktiv sind und an der Erinnerung an Ereignisse, sozialen und emotionalen Beurteilungen sowie der Zukunftsplanung beteiligt sind. Eine reduzierte DMN-Aktivität führt zu einem Verlust des Zeitgefühls und einer stärkeren Konzentration auf das Hier und Jetzt. Dadurch verschwinden Sorgen und Ängste um die Zukunft.

Eine geringere Aktivität des Default Mode Network (DMN) führt zu niedrigerem Stressniveau und folglich zu einem niedrigeren Cortisolspiegel. Ein niedriger Cortisolspiegel ermöglicht es dem Körper, seine Selbstheilungskräfte zu nutzen und so Krankheiten und Entzündungen zu bekämpfen. Dank der reduzierten Entzündung wird vermehrt Serotonin freigesetzt, was wiederum den BDNF-Spiegel erhöht und gleichzeitig Angstzustände und Depressionen lindert. Erfahren Sie mehr über die Wirkungsweise von Psilocybin, indem Sie auf die Schaltfläche klicken:

Weniger Ego

Psychedelika können in höheren Dosen zu einer Depression des Egos führen. Das Ego verlangt nach immer mehr, oft ungesunden Dingen. Es macht uns ruhelos und ängstlich, da Selbsterhaltung sein oberstes Ziel ist. Ohne es könnten wir nicht überleben, doch ein überaktives Ego führt zu Isolation, Einsamkeit und Sucht.

Weniger Ego bedeutet mehr Verbundenheit, weniger Depressionen, mehr Serotonin, mehr BDNF, mehr gesunde Entscheidungen, weniger Stress und weniger DMN-Aktivität.

Aufgestaute Emotionen

Oftmals lösen sich während einer Sitzung lange unterdrückte Emotionen. Das Loslassen dieses “alten Schmerzes” löst emotionale Blockaden und manchmal sogar psychosomatische Beschwerden, sodass die Energie wieder fließen kann. Es kann befreiend sein, alles, was einem begegnet, ungehemmt zu erleben.

Die Auswirkungen der Psilocybin-Therapie
Alle Emotionen sind gut und dürfen da sein.

Expositionstherapie

In manchen Fällen, wie beispielsweise bei einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), kann eine Expositionstherapie mit einer niedrigeren Dosis Psychedelika kombiniert werden. Die Psychedelika rufen biochemisch einen Zustand der Zufriedenheit hervor und reduzieren so Traurigkeit und Angst. Dieser Zustand, verbunden mit dem Erzählen und Wiedererleben des Traumas, kann dazu beitragen, die emotionale Verbindung zum Trauma hin zu etwas weniger Angstauslösendem zu verschieben.

Noch bessere Ergebnisse

In der Triptherapie betrachten wir mehr als nur die gesundheitlichen Vorteile von Psychedelika. Die Nutzung dieser Erkenntnisse zur Förderung gesunder Veränderungen bietet eine langfristige Lösung. Eine gute Vorbereitung, die sich auf Gesundheit und gesunde Veränderungen konzentriert, führt zu besseren Ergebnissen. Ein verbesserter Gesundheitszustand trägt auch zu einer effektiveren psychedelischen Sitzung bei. Daher ist es ratsam, die Neurotransmitter im Gehirn im Vorfeld auszugleichen. Die Anamnese für die Triptherapie umfasst einen Fragebogen, der es uns ermöglicht, Ihnen individuelle Empfehlungen zu geben, damit Sie Ihre Sitzung optimal nutzen können.

Die Auswirkungen der Psilocybin-Therapie